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Die Barbarakapelle

Peter Pögel ließ die südwestlich an den bergseitigen Teil des Schlosses Thörl anschließende Barbarakapelle errichten. Sie war spätestens 1469 fertig, wie sich aus einem in Rom für diese Kapelle ausgestellten Ablassbrief ergibt. Die Schlosskapelle war eine private Kapelle der Besitzer, geweiht der hl. Barbara als Patronin der Artillerie.
Die Kapelle war bereits im 16. Jahrhundert eine Filialkirche von St. Peter in Aflenz und Ziel einiger von dort ausgehender Wallfahrten.

Mit dem Erlöschen der Pögel im Mannesstamm begann 1575 der Verfall der Schlosskapelle, die in der Folge jahrzehntelang nicht benützt wurde. Erst Georg von Klingendraht, Bürgermeister in Graz und Gewerke am Thörl, setzte 1635 die Barbarakapelle aus Dankbarkeit für die Errettung aus höchster Gefahr wieder instand.
Franz Gasteiger, wohlhabender und tüchtiger Gewerke, ließ um 1740 die alte Kapelle abbrechen und von Grund auf neu errichten. Der freistehende Altar und die beiden geschwungenen Emporen stammen aus dieser Zeit. 1776 schuf der Hofmaler Josef von Mölck im Auftrag des Gewerken Josef Karl Gasteiger von Lorberau den gesamten Freskenschmuck, auch alle Bilder in der Kapelle sind sein Werk. Die Deckenmedaillons stellen Glaube, Liebe und Hoffnung dar. Der Auftraggeber starb 1776, während der Künstler noch mit dem Freskenschmuck der Kapelle beschäftigt war. Er nahm dieses Ereignis in seine Malerei auf und stellte den Verstorbenen hoch oben unter der Decke mit einem intensiv zum Himmel gewandten Blick dar.