Der Jägerturm
Der Vorläufer dieses Turms bildete seit dem Spätmittelalter den östlichen Teil der wehrhaft ausgeführten Straßensperre am Thörl. Von hier aus erstreckte sich ursprünglich eine Wehrmauer zum Turm beim gegenüberliegenden Felsvorsprung. Sie wurde im Zuge der Umbauten und Vergrößerungen des Schlosses in den Bau teilweise einbezogen.
Als 1871/72 die bis dahin durch das Schloss und den Nordturm führende Mariazellerstraße nach Osten verlegt wurde, konnte der erforderliche Platz nur durch Eingriffe in die alte Bausubstanz am östlichen Turm des Schlosses Thörl geschaffen werden. Dem Zeitgeist entsprechend wurde der Umbau historisierend ausgeführt, das Aussehen des Turmes gegenüber seiner früheren Gestalt grundlegend verändert.
Die nordwestliche Mauer und das Untergeschoss des von Ignaz und Maria Fürst in neugotischem Stil umgestalteten Turms stammen aus der Erbauungszeit im Spätmittelalter. Die heutige Nordmauer des Turmes dürfte ursprünglich die Südmauer des Vorgängerbaues gewesen sein. Bei der Restaurierung wurden 1990 im Boden nördlich des Jägerturms Gesimse und Türeinfassungen ungefähr an der Stelle gefunden, an der sie heute frei zu sehen sind.


